Welcher Badewannenlift? Drei Systeme im Vergleich!

Mit zunehmendem Alter kann die Mobilität stark abnehmen und die Aktivitäten des täglichen Lebens einschränken. Ein wesentlicher Bereich ist hierbei die Körperpflege.Vor allem das Ein- und Aussteigen aus der Badewanne ist für viele Menschen nicht mehr ohne Hilfsmittel möglich. Abhilfe kann hierbei ein Badewannenlift schaffen.

Doch die Frage ist – für welches Modell bzw. System sollte man sich entscheiden?

Grob eingeteilt kann man zwischen 3 Systemen unterscheiden:

  • Der elektrisch absenkbare Badewannenlift in Stuhl-Form
  • Der Tuch-Lifter (Badeband)
  • Das ausfblasbare Badekissen

Dieser Beitrag zeigt die jeweiligen Vorteile aber auch Nachteile dieser Systeme auf.

 

1. Der elektrisch absenkbare Badewannenlift

Stuhllifter
Klassische Stuhllifter werden meist von der Krankenkasse übernommen. Ein großer Pluspunkt! Allerdings sind sie schwerer als andere Systeme. Außerdem lassen sie sich nicht so einfach verstauen. (*)

Der konventionelle Badewannenlift ist als eine Art Sitzgestell ausgeführt, welches über eine Rückenlehne verfügt. Also ein absenkbarer Stuhl, der in der Badewanne steht. Hier finden sich günstige Einstiegsmodelle bereits ab 200 – 300 Euro. Die Kosten für die günstigen Modelle werden in der Regel auch von Krankenkassen übernommen.

Leider sind elektrisch absenkbare Badewannenlifte meist nicht einfach zu verstauen. Außerdem sind sie deutlich schwerer als z.B. ein aufblasbares Badekissen. Wenn die Badewanne von mehreren Personen benutzt wird, kann dies ein Problem darstellen. Außerdem lässt sich dieses System nicht komplett bis an den Wannenboden absenken, was ein Vollbad unmöglich macht.

Vorteile:

  • Dieses System ist eine günstige Variante.
  • Je nach Modell sind diese Wannenlifte zwischen € 250-500 erhältlich.
  • Ein solcher Badewannenlift ist über die Krankenkasse gegen einen Selbstbehalt verfügbar
  • Keine Montage nötig

Nachteile:

  • Kein Vollbad möglich
  • Schwer zu verstauen (benötigen biel Platz)
  • Nicht mobil einsetzbar (z.B. auf Reisen)
  • Weniger Komfort als bei höherpreisigen Modellen

 

Sonderform Schwenkbarer Stuhllifter

Einige Modelle können zudem zur Seite geschwenk werden (schwenkbarer Stuhllifter). Dies erleichtert den Einstieg für Menschen mit sehr stark eingeschränkter Mobilität. Diese Ausführungen sind aber deutlich teurer als die günstigen Einsteigergmodelle. Für Menschen mit schwerern Einschränkungen der Mobilität (z.B. bei Querschnittslähmung etc.) sind schwenkbare Stuhllifter meist die beste Wahl.

 

2. Das Badeband / Tuchlifter

Badeband
Ein Badeband lässt sich nach der Benützung blitzschnell im Wandmodul verstauen. Leider verfügt es über keine Rückenlehne. (*)

Eine Alternative zum klassischen Badewannenlift ist das Badeband (auch Tuchlifter genannt).

Dabei handelt es sich um ein stabiles Trageband, welches von Wannenrand zu Wannenrand über die Badewanne gespannt wird. Bei diesem System ist eine Montage nötig.

Der Einstieg erfolgt in Wannenrand-Höhe. Danach kann der Tuchlifter bis an den Wannenboden abgesenkt werden.

Der Tuchlifter verfügt über keine Rückenlehne und ist in der Regel das teurste System im Vergleich.

Dennoch bietet dieses System aber einen großen Vorteil: Es ist sehr platzsparend und muss nicht verstaut werden. Somit können auch andere Personen die Badewanne problemlos benutzen. Außerdem lässt sich ein Tuchlifter komplett bis an den Wannenboden absenken, was (im Gegensatz zum Stuhllifter) ein Vollbad ermöglicht.

Im Beitrag Tuchlifter oder aufblasbares Badekissen haben wir diese beide Systeme im direkten Vergleich gegenübergestellt.

Vorteile:

  • Extrem Platzsparend – muss nicht verstaut werden
  • Absenkbar bis auf den Wannenboden
  • Vollbad möglich
  • Andere Personen können die Badewanne uneingeschränkt benutzen

Nachteile:

  • Das teuerste System im Vergleich. Einige Modelle kosten über 2000 Euro. Es gibt aber auch deutlich günstigere Ausführungen.
  • Fixe Montage nötig – mitunter müssen Fliesen angebohrt werden
  • Das Badeband verfügt über keine Rückenlehne
  • Kosten werden nicht von der Krankenkasse übernommen

 

3. Das aufblasbare Badekissen

auflasbares Badekissen
Das Mangar Badekissen benötigt keine Montage und ist sofort einsatzbar. Der beste Allrounder im Vergleich.

Um ein sehr einfaches aber intelligent konstruiertes System ist das so genannte Badekissen. Im Grunde handelt es sich um ein aufblasbares Badekissen welches mit einem akkubetriebenen Kompressor kombiniert ist. Das robuste Kissen wird mittels Saugnäpfe am Wannenboden befestigt und über den Kompressor mit Luft versorgt.

Mittels der wasserfesten Fernbedienung kann man die Luft stufenlos  aus dem Badekissen entweichen lassen, bis man den Wannenboden erreicht hat.

Ein Vollbad ist mit diesem Badewannenlift selbstverständlich möglich, die größten Vorteile liegen aber in der kompakten Bauart. Das ganze System (Badekissen+Kompressor+Fernbedienung) wiegt in etwa nur 5kg. Somit kann dieser Badewannenlift schnell und platzsparend verstaut werden, und ist auch mobil einsetzbar.

Außerdem passt das aufblasbare Badekissen praktisch in jede Badewanne. Trotz des geringen Gewichts liegt die maximale Traglast bei gut 150kg. Im Beitrag Das Mangar Badekissen im Detail – der beste Badewannenlift? wird das System im Detail beschrieben.

Preislich liegt dieser Badewannenlift mit rund 1.000 Euro im Mittelfeld.

Vorteile:

  • Keine Montage nötig
  • Vollbad möglich
  • Leicht zu verstauen & platzsparend
  • Mobil einsetzbar (auch auf Reisen)
  • hoher Komfort

Nachteile:

  • Kosten werden nicht von der Krankenkasse übernommen

 

Fazit

Ein Badewannenlift kann dabei helfen die tägliche Hygiene trotz körperlicher Einschränkung ohne fremde Hilfe durchzuführen. Neben Senioren wird ein Badewannenlift oft auch von jungen Menschen mit körperlicher Beeinträchtigungen benutzt.

Je nach Ausführung und verwendeten Materialien unterscheidet sich auch das Gewicht und die Kompaktheit. Diese Faktoren spielen oft eine große Rolle und sind für viele potentielle Kunden kaufentscheidend. Günstige Modelle haben hier gegenüber dem aufblasbaren Badekissen und dem Tuchlifter meist das nachsehen.

Wer ein Vollbad genießen möchte sollte beim Kauf darauf achten, dass sich der Lift bis an den Wannenboden absenken lässt. Auch dazu sind die günstigen Modelle meist nicht in der Lage.

Dafür werden die Kosten für preiswerte Badewannenlifte meist komplett von der Krankenkasse übernommen. Für teurere Modelle gibt es meist gar kein Geld von der Krankenkasse (auch keinen Zuschuss).

Als sehr guter Allrounder entpuppt sich das aufblasbare Badekissen. Im Onlineshop anfero.com ist dieses Modell erhältlich.